Vielleicht macht es Sinn, sich mal ein paar Gedanken über die Verwendung der Zeiten im Deutschen zu machen, bevor wir in das komplizierte Zeitensystem der romanischen Sprachen einsteigen. Das Deutsche ist von vorneherein simpler angelegt, es hat schlicht weniger Zeiten und hinzukommt, dass die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten auch nur in kritischen Situationen ausgenützt werden, das heißt nur dann, wenn es auf die Unterscheidung wesentlich ankommt. Man könnte die Diskussion im Deutschen abkürzen und sagen, dass es schlicht egal sei, ob Sie das Perfekt oder das Imperfekt verwenden, wir können aber auch Beispiele konstruieren, wo auch das Deutsche der einen Zeit den Vorzug vor der anderen gibt. Sie sehen unten ein paar Beispiele, die zeigen sollen, dass auch das Deutsche in Bezug auf die Zeiten nicht völlig indifferent ist, dass es sehr wohl Unterschiede gibt, wenn es auch zutrifft, dass man schon gute Beispiele braucht, um den Unterschied herauszuarbeiten. Wenn Sie den Unterschied in den Zeiten in diesen Beispielen nicht sehen, dann bestätigt das eben nur die Grundthese, dass das Deutsche, was die Verwendung der Zeiten angeht, weitgehend indifferent ist. Was im Deutschen Philologenspitzfindigkeit ist, ist in den romanischen Sprachen absolut keine Spitzfindigkeit. Jeder Franzose wird eine nicht adäquate Verwendung der Zeiten als falsch empfinden, wobei man auch hier, wie meistens, die Kirche im Dorf lassen sollte. Er wird Sie verstehen, auch wenn Sie die falsche Zeit verwenden. Schauen wir uns aber mal kurz die Verhältnisse im Deutschen an.