Die unten stehende Tabelle zeigt das System im sehr gehobenen, literarischen Stil. Sie werden dieses System nur höchst selten in der Gegenwart finden. Es wird Ihnen fast ausschließlich in älteren literarischen Texten begegnen. Um die Diskussion abzukürzen, sie können sich diese Tabelle für den Fall der Fälle, für den Fall also, dass Sie es mal mit einem solchen Typ von Text zu tun haben anschauen und sie anschließend dann vergessen.

* Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen. Da das Deutsche hinsichtlich der Zeitenfolge wirklich gar nichts Vernünftiges zustande gebracht hat, sollten wir mit Kritik am französischen System äußerst vorsichtig sein. Vordergründig ist es so, dass bei Verben, die den subjonctif verlangen, auch das Französische zwischen Gleichzeitigkeit und Nachzeitigkeit nicht zu unterscheiden vermag (Wir haben beide Male Je crains qu' il vienne bzw. Je craignais qu' il vînt). Bedenken wir aber, dass der subjonctif ohnehin auf eine (noch) Nichtwirklichkeit zielt, dann macht die Unterscheidung im Grunde auch keinen Sinn.

** Achten Sie darauf, dass das passé composé nur im sehr gehobenen literarischen Stil eine Gegenwartszeit ist, im heutigen Französisch übernimmt es Funktionen des passé simple und wird damit zur Vergangenheitszeit. In der folgenden Tabelle wird also das passé composé als Vergangenheistszeit ausgewiesen. Im gehobenen Französisch entspricht also das Zeitensystem noch dem System der anderen romanischen Sprachen. Wir kennen solche Auflösungserscheinungen auch im Spanischen, allerdings gelten sie dort als fehlerhaft. Der Grund für solche Auflösungserscheinungen ist immer derselbe. Ist ein System morphologisch kompliziert, wie etwa der deutsche Konjunktiv, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass es kippt, relativ hoch. (Nimmt man es ganz genau, dann kann auch das passé composé eine Gegenwartszeit sein, das setzt allerdings voraus, dass das passé simple noch aktiv benutzt wird.)