Wenn jemand einen Handlungsstrang mental durchdringt oder wenn jemand einen Handlungsstrang erzählt, dann ist zu klären, ob der Handlungsstrang vorzeitig, gleichzeitig oder nachzeitig war. Der Moment der mentalen Durchdringung bzw. der Berichterstattung kann hierbei in der Vergangenheit, der Gegenwart oder in der Zukunft liegen. Hinsichtlich der Darstellung der indirekten Rede arbeiten wir mit einer deutschen Hilfskonstruktion, die zwar grammatikalisch nicht korrekt, aber dafür deckungsgleich mit der Konstruktion der romanischen Sprachen und damit auch des Französischen ist.

1.a) Indirekte Rede: Er sagte, dass du so viele Zigaretten rauchtest, dass du an Krebs erkranken würdest.
1.a) Zeitenfolge: Ich dachte immer schon, dass du so viele Zigaretten rauchtest, dass du an Krebs erkranken würdest.

1.b) Indirekte Rede: Er wird sagen, dass du so viele Zigaretten geraucht hast, dass du an Krebs erkrankt bist.
1.b) Zeitenfolge: Ich werde denken, dass du so viele Zigaretten geraucht hast, dass du an Krebs erkrankt bist.

1.c) Indirekte Rede: Er denkt, dass du so viele Zigaretten rauchst, dass du an Krebs erkranken wirst.
1.c) Zeitenfolge: Ich denke, dass du so viele Zigaretten rauchst, dass du an Krebs erkranken wirst.
2.a) Indirekte Rede: Er sagte, du hattest so viele Zigaretten geraucht, dass du an Krebs erkranken würdest.
2.a) Zeitenfolge: Ich dachte, du hattest so viele Zigaretten geraucht, dass du an Krebs erkranken würdest.

2.b) Indirekte Rede: Er wird sagen, du hast so viele Zigaretten geraucht, dass du an Krebs erkrankt bist.
2.b) Zeitenfolge: Ich werde denken, du hast so viele Zigaretten geraucht, dass du an Krebs erkrankt bist.

2.c) Indirekte Rede: Er sagt, du hast so viele Zigaretten geraucht, dass du an Krebs erkrankt bist.
2.c) Zeitenfolge: Ich denke, du hast so viele Zigaretten geraucht, dass du an Krebs erkrankt bist.
3.a) Indirekte Rede: Er sagte, wenn du Zigaretten rauchen wirst, wirst du an Krebs erkranken.
3.a) Zeitenfolge: Ich dachte, wenn du Zigaretten rauchen wirst, wirst du an Krebs erkranken.

3.b) Indirekte Rede: Er wird sagen, wenn du Zigaretten rauchen wirst, wirst du an Krebs erkranken.
3.b) Zeitenfolge: Ich werde denken, wenn du Zigaretten rauchen wirst, wirst du an Krebs erkranken.

3.c) Indirekte Rede: Er sagt, wenn du Zigaretten rauchen wirst, wirst du an Krebs erkranken.
3.c) Zeitenfolge: Ich denke, wenn du Zigaretten rauchen wirst, wirst du an Krebs erkranken.

Die Graphiken oben zeigen alle möglichen Konstellationen und wenn wir uns die Graphiken genau anschauen, dann stellen wir fest, dass die Varianten c) des zweiten Falles (1.c/2.c/3.c) mit dem ersten Fall deckungsgleich sind. Wird in der Gegenwart berichtet, bzw. wird ein Handlungsstrang in der Gegenwart mental durchdrungen, dann herrscht die gleiche Situation, wie wenn der Referenzzeitpunkt nicht genannt ist, also kein Verb der mentalen Durchdringung / der indirekten Rede vorhanden ist. Diese Erkenntnis ist nun für alle romanischen Sprachen, wir werden das noch im Detail diskutieren, relevant. Steht das Verb der mentalen Durchdringung, bzw. das Verb, das die indirekte Rede einleitet, in einer Gegenwartszeit (présent, futur simple, futur antérieure, conditionnel présent), dann sind die Zeiten nicht anzupassen, die Zeitschiene bleibt unverrückt, es gelten ausschließlich die Regeln, die im Kapitel die Vergangenheitszeiten im Französischen beschrieben wurden. Steht das Verb der mentalen Durchdringung, bzw. das Verb, das die indirekte Rede einleitet in einer Vergangenheitszeit (imparfait, passé composé, passé simple, plus que parfait, conditionnel passé), dann ist die Zeitschiene nach einem Schema, das wir noch erötern werden, so zu verrücken, dass die chronologische Abfolge der Ereignisse richtig wiedergegeben wird. Die Regeln, die wir aus dem Kapitel die Vergangenheitszeiten im Französischen werden teilweise außer Kraft gesetzt. Wir kommen darauf gleich zurück.