Sowohl tout le monde wie auch n' importe qui stellen darauf ab, dass jeder der Urheber einer Handlung bzw. das Objekt einer Handlung sein kann.

Beispiele
N' importe qui est capable de le faire, ce n' est pas grand chose.
Tout le monde est capable de le faire, ce n' est pas grand chose.
Jeder ist in der Lage das zu tun, das ist nichts Besonderes.

Allerdings macht das Französische noch eine Differenzierung, die das Deutsche nicht macht. Soll auf die Beliebigkeit abgestellt werden, also auf die Tatsache, dass jeder x-beliebige das machen kann, dann heißt es n' importe qui. Soll aber lediglich darauf abgestellt werden, dass jeder es machen kann, dann kann auch tout le monde verwendet werden. Sie finden, dass das spitzfindig ist, das findet aber der Autor nicht, wir haben hier eine unterschiedliche Meinung. Ich akzeptiere natürlich Ihre Meinung, möchte Sie aber doch bitten, sich mal diese beiden Sätze anzuschauen.

Beispiele
a) Il a salué n' importe qui.
Er hat jeden (x-beliebigen) gegrüßt.
b) Il a salué tout le monde.
Er hat alle gegrüßt.

a) und b) bedeuten überhaupt nicht das gleiche. Derjenige, der bei a) grüßt, war etwas verwirrt und hat ziemlich unmotiviert jeden gegrüßt. Bei b) hat er alle gegrüßt, was in der gegebenen Situation wohl angebracht war. N' importe qui kann also tout le monde dann nicht ersetzen, wenn die Konnotation Beliebigkeit nicht in den Kontext passt. Umgekehrt kann tout le monde nicht durch n' importe qui ersetzt werden, wenn es auf genau diese Beliebigkeit wesentlich ankommt.

Beispiele
Ce n' est pas n' importe qui, qui le dit.
nicht: Ce n' est pas tout le monde qui le dit.
Das ist nicht irgendwer, der das gesagt hat.