Dem e entsprechen
im Französischen 3 Töne. Das geschlossene
e (wie in Deutsch Esel), das offene e (wie in Deutsch
ärgerlich) und das dumpfe ö, das es im
Deutschen nicht gibt. (Also in bestimmten Dialekten
gibt es das, zum Beispiel im Alemanischen, hesch
ma öpes übrig glassa = hast du mir etwas
übrig gelassen).
In der Praxis sind die Verhältnisse weit weniger
kompliziert, als es in der theoretischen Analyse
erscheint. Der Leser hat aber inzwischen schon erfahren,
dass dem e eine
ganze Reihe verschiedener Laute entgegenstehen.
Es ist ihm wahrscheinlich auch aufgefallen, dass
wir hier Wert auf die phonetische Umschrift legen,
da aus dem Schriftbild die Aussprache sehr oft nicht
entnommen werden kann. So ist das auch beim e.
Das e stellt drei
verschiedene Laute dar. Wir zeigen noch einmal das
Gesamtbild und hoffen, dass sich die phonetische
Umschrift einprägt, denn sie ist extrem praktisch
in diesem Zusammenhang.
Geschlossenes, offenes
e und das dumpfe ö
Aussprache
als geschlossenes e
irrégulier
(unregelmäßig)
manger
(essen)
mangé
(gegessen)
exemple
(Beispiel)
étroit
(eng)
Aussprache
als offenes e
père
(Vater)
finesse
(Feinheit)
tête
(Kopf)
près
(nahe)
geste
(Bewegung, Handzeichen)
Aussprache
als dumpfes ö
selon
(je nach)
demander
(fragen)
que
(was)
Hören wir uns die drei Laute nochmal hintereinander
an.
offenes e
geschlossenes e
dumpfes ö
Das dumpfe ö kann man noch mit dem ö von
öffentlich (nœud / Knoten) und mit dem
ö von können (cœur / Herz) verwechseln.
Diese beiden Töne werden aber nicht so verschriftet.
Das ö von öffentlich wird mit eu / œu
/ eû verschriftet, das ö von können
mit eu / œu / u. Sollten Sie den Unterschied
zwischen dem ö in öffentlich und dem ö
in können nicht hören, dann achten Sie
mal auf Ihre Lippen und Ihr Kinn. Bei können
werden die Lippen spitz, das Kinn relativ unbeweglich.
Bei öffentlich werden die Lippen nicht spitz,
das Kinn geht runter. Sagen Sie mal öffentlich
mit spitzen Lippen, dann ist Ihnen sofort klar,
dass es sich um zwei verschiedene Laute handelt.